Führung und Emotion

Mit der Emotionalisierung von Führung ist alles andere gemeint als die Verordnung eines Schmusekurses. Emotion im Zusammenhang mit Führungskompetenz umfasst sowohl Empathie als auch Authentizität. Insbesondere die letztgenannte Qualität in einem Beziehungsgefüge zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern verdient besondere Beachtung. Trifft man im Alltag der Beziehungs- wie Kommunikationskultur doch allzu oft auf stereotype Sprachmuster und künstlich scheinende Rituale.
Es mutet fast erstaunlich an, mit welcher Borniertheit Personalverantwortliche diese vermeintliche Kunst des Umgangs praktizieren. Ist es ein tradierter Irrglaube in die Wirksamkeit des Verstellens? Verschafft gespielte Dominanz wirklich Autorität? Oder will man auf diese Weise nur Distanz schaffen, weil der Erhalt von Asymmetrie der Garant für Einsatzbereitschaft und Autorität sei?
Es steht außer Frage, dass zur Deutung derartiger Verhaltensweisen die pauschale Ursachenzuweisung nicht gereicht. Verhalten ist zunächst individuell und die Gründe dafür sind damit individualspezifisch. Daher wäre – soll das Wirkungsgefüge letztgültig offengelegt werden – eine tiefschürfende psychoanalytische Analyse durchzuführen.
Mit Menschen, für Menschen – Führen ist trotz aller bisherigen Verwerfungen von Künstlichem eine Kunst, eine ars ducere. Dies soll bedeuten, dass nicht verstellt zu führen ist, sondern kunstvoll.

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