Führung und Emotion

Mit der Emotionalisierung von Führung ist alles andere gemeint als die Verordnung eines Schmusekurses. Emotion im Zusammenhang mit Führungskompetenz umfasst sowohl Empathie als auch Authentizität. Insbesondere die letztgenannte Qualität in einem Beziehungsgefüge zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern verdient besondere Beachtung. Trifft man im Alltag der Beziehungs- wie Kommunikationskultur doch allzu oft auf stereotype Sprachmuster und künstlich scheinende Rituale.
Es mutet fast erstaunlich an, mit welcher Borniertheit Personalverantwortliche diese vermeintliche Kunst des Umgangs praktizieren. Ist es ein tradierter Irrglaube in die Wirksamkeit des Verstellens? Verschafft gespielte Dominanz wirklich Autorität? Oder will man auf diese Weise nur Distanz schaffen, weil der Erhalt von Asymmetrie der Garant für Einsatzbereitschaft und Autorität sei?
Es steht außer Frage, dass zur Deutung derartiger Verhaltensweisen die pauschale Ursachenzuweisung nicht gereicht. Verhalten ist zunächst individuell und die Gründe dafür sind damit individualspezifisch. Daher wäre – soll das Wirkungsgefüge letztgültig offengelegt werden – eine tiefschürfende psychoanalytische Analyse durchzuführen.
Mit Menschen, für Menschen – Führen ist trotz aller bisherigen Verwerfungen von Künstlichem eine Kunst, eine ars ducere. Dies soll bedeuten, dass nicht verstellt zu führen ist, sondern kunstvoll.

Wissensgenerierung als Spin off moderner Wissenswirtschaft

Modernes Wissensmanagement ist heutzutage sehr vielfältig und die Verantwortlichen sind durchaus proaktiv. Doch die nächste Stufe der modernen Wissenswirtschaft in den Unternehmen muss gekennzeichnet sein durch die Wissensgenerierung. Dabei geht also nicht allein um die den die Identifizierung von Wissen, den Wissenstransfer oder die Wissenslogistik, vielmehr über die Vernetzung von Wissen hinaus eben durch diesen Prozess neues Wissen entstehen.

Es muss allerdings klar sein, dass der Prozess der Wissensvernetzung nicht zwangläufig neues Wissen befördert. Gleichfalls muss bei der Wissensgenerierung deutlich differenziert werden zwischen dem Zuwachs an Wissen beim Einzelnen und der Entstehung neuen Wissens. Gewiss ist ein schöner Seiteneffekt der Vernetzung von Wissen mittels Wissenstransfer, dass der Einzelne seine Kompetenz erweitern kann. Neues Wissen jedoch ein ganz besonderes Charakteristikum, nämlich neuartig zu sein. An dieser Stelle wird das generative Moment der modernen Wissenswirtschaft deutlich. Wissen ist in diesem Erzeugungsprozess naturgemäß originär. Es liegt auf der Hand, dass die Einmaligkeit wiederum Vorteile sowie Vorsprung bringen kann.

Damit sich derartige Prozesse steuern lassen, muss das entsprechende Fundament gelegt sein. Für die modernen Wissenswirtschaft bedeutet dies, dass das unternehmerische Wissen, seien es Daten oder sei es das Wissen der Wissensträger, in Wissensobjekte zerlegt werden muss. Auf diese Objekte werden dann die entsprechenden Heuristiken angewendet. Erst sie sorgen dafür, dass aus den vorhandenen Wissensobjekten neue Wissensobjekte hervorgehen.

Von der Solidarität zum Wissenskollektiv

Ein Wissenskollektiv zu begründen, das hat wenig mit operativem Sozialismus zu tun. Die meisten Teams sind heutzutage mehr als eine zusammengewürfelte Gruppe, die To-Do-Listen abarbeiten. Daher wird man auch nicht müde, in den Unternehmen den Teamgeist zu beschwören. Angebote zur Teamentwicklung und außergewöhnliche Outdoor-Events sollen dann als flankierende Maßnahmen ihren Teil zum Teamerfolg beitragen. Doch Teamkultur ist ebenfalls Unternehmenskultur und deshalb gehört eine Atmosphäre der Solidarität, um die politische Nomenklatur weiter zu strapazieren, genauso ins Konzert der Erfolgsfaktoren. Solidarität entsteht dort, wo man sich untereinander hilft und wo man aufrichtige gemeinsame Ziele verfolgt.

Diese Art von gemeinschaftlicher Arbeit in den Unternehmen setzt selbstverständlich auf demokratische Entscheidungsprozesse. Doch darf dies nicht als unternehmerische Basisdemokratie missverstanden werden.  Wie so oft ist es der Mix aus Delegation und Mitbestimmung. In wissensintensiven Unternehmen geht es künftig nicht mehr ohne das Wissenskollektiv. Denn bei der heutigen Dynamik in vielen Entwicklungsprozessen reicht das Wissen des Einzelnen nicht mehr aus. Vielmehr muss aus der Verknüpfung von Mitarbeiterwissen neues Wissen entstehen.

 

Steht auf, wenn Ihr Bildung wollt

Das Schulsystem im Taumeln, der Fachkräftemangel auf dem Vormarsch, die Perspektiven gegen Null. Welche Signale brauchen Gesellschaft und Politik noch, damit Bildung endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die ihr gebührt. Es geht dabei nicht um Aktionismus, um Versprechen und Sonntagsreden, vielmehr müssen alle an einen Tisch und konstruktive Lösungen konsequent umgesetzt werden. Aber solange kleine Kreise mit guten Beziehungen ihre Vorteile auf dem Rücken der Allgemeinheit rausziehen, solange bleibt die Ungerechtigkeit im Bildungssystem Programm.

Doch es gibt Lichtpunkte im Kampf gegen die Bildungsungerechtigkeit. Die nachwachsenden Generationen begehren nachvollziehbarer Weise auf. Die Gewerkschaften und allen voran die IG Metall mit ihrer Jugendarbeit setzen Zeichen: www.revolutionbildung.de.

Doch es darf nicht allein auf den Schultern der Gewerkschaften der Kampf um die Bildungsgerechtigkeit ausgefochten werden. Schließlich ist Bildung Sache aller. Alle, die jetzt in Defätismus verfallen, gehören in den Hintern getreten, denn unsere Zukunft hängt von der Leistungskraft unserer Kinder  – aber nicht allein von deren Leistungsbewusstsein, sondern auch von deren Zufriedenheit und Glück, das sie nur in der Gemeinschaft finden können.

Bildung ist kein Konsumangebot, Bildung ist ein aktiver Prozess

Bildungsmanagement im Unternehmen ist kein asymmetrischer Prozess, ein Sachverhalt den vor allem die Verantwortlichen für Organisation uns Planung realisieren müssen. Dabei ist es nicht allein, die notwendige Passung von Angebot und Lerner herzustellen, sondern es geht auch darum, den Lerner aktiv mitgestalten zu lassen. Bildungsangebote haben allzu sehr Angebotscharakter, Der Mitarbeiter, der ebenfalls für seine Weiterentwicklung verantwortlich ist, kann sich nicht zurücklehnen und darauf warten, dass ihn irgendwann einmal ein Vorschlag erreicht. Bildungsarbeit ist von Anfang bis Ende, vom Bedarf über die Planung bis zur Durchführung ein aktiver Prozess.

Hier hat die Vergangenheit Strukturen gefestigt, die im Hinblick auf eine gemeinsame Bildungsarbeit im Unternehmen sowohl hinderlich als auch kontraproduktiv sind. Sensibilisierungsprozesse sind dagegen recht einfach zu gestalten, wenn man allein schon in der Bedarfserhebung auf eine stereotype Abfrage verzichtet und die persönlichen Wünsche der Einzelnen Ernst nimmt.

Bildungsarbeit darf jedoch nicht zum Wunschkonzert werden, realistische Zielsetzungen und ein fester Rahmen von Möglichkeiten sind eine erste Orientierung. Allerdings sollte vor der Bedarfsermittlung die Gewichtung von Stärken und Schwächen stattfinden. Anhand eines Kompetenzmodells, eins individuellen Kompetenzprofils und einer Persönlichkeitsanalyse können die Eckpunkte für eine zukunftsgerichtete wie erfolgreiche Bildungsarbeit gesetzt werden.

Selbst in diesem Ausschnitt der Bildungsarbeit ist Aktivität und Interaktivität gefordert. Denn die Profilierung von Mitarbeitern darf kein unilateraler und rein deskriptiver Prozess bleiben. Der Mitarbeiter muss die Ergebnisse reflektieren und ganz allgemein immer wieder zur Selbstreflektion aufgefordert werden. Interaktion kommt dann ins Spiel, wenn von der anderen Seite Impulse geliefert werden. Einblicke in die Fremdwahrnehmung helfen die eigene Bewertung zu hinterfragen, den eigenen Entwurf von der Persönlichkeit zu prüfen und Veränderungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Gezielt unterstützende Funktion übernimmt das Ganze, wenn gleichfalls ein strukturierter Coaching-Prozess angestoßen wird.

 

Wissensvernetzung und Wissensgenerierung

Die Wissensvernetzung ist gewiss vom Prinzip her am einfachsten zu systematisieren. Schließlich geht es im Grunde genommen allein um die die Verknüpfung von Wissensobjekten. In der umfangreichsten Form ist dies die Zusammenführung von mehreren (heterogenen) Datenbanken. Die menschlichste Art und Weise besteht dagegen im Zusammentreffen von Wissensträgern. Sowohl technisches Wissensmanagement als auch das Managen des Humankapitals erfordern System und Methode, wenn der Erfolg annähernd vorhersagbar sein soll.

Obgleich das betriebliche Wissensmanagement immer für sich beanspruchen wird, zu systematisieren sowie zu strukturieren, wirken nicht selten Maßnahmen willkürlich oder aktionistisch. Ein Grund dafür kann sein, dass Grundlagen sowie Grundannahmen fehlen. Denn Systematik ist nicht nur Gestaltung der operativen Schritte. Der Gesamtprozess beginnt eben bei den Grundannahmen. Dazu gehört an erster Stelle die Definition von Wissensobjekten. Dies steht in engem Zusammenhang mit der Erfassung der Wissensformen und den darauf aufbauenden Definitionen de Wissensrepräsentationen.

Eine engere Verbindung von Mensch und Maschine zu suchen, ist aber nicht Selbstzweck, sondern auch Notwendigkeit, da in wissensintensiven Unternehmen das Filtern oder die Auswahl von Informationen sehr wichtig ist. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht können so Arbeitsprozesse verkürzt werden. Im Hinblick auf die Qualität ist es naheliegend, dass mit dem adäquaten Wissen zum richtigen Zeitpunkt der maximale Erfolg erzielt werden kann.

Filtern und Auswahl werden dabei nicht als technische Herausforderung verstanden. In Zeiten der Informationsflut muss eine Art Reizdiskriminierung betrieben werden. Auf der einen Seite verstellt ein Zuviel an Informationen den Blick auf das Wesentliche, ein anderes Mal verleitet die die Informationsvielfalt dazu, sich von der gestellten Aufgabe ablenken zu lassen.

Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, warum die Synergien von Mensch und Maschine immer mehr Beachtung finden müssen und die Individualisierung nachhaltig voranzutreiben ist.

(Siehe auch in der Zeitschrift wissensmanagement 04/2014)

… servus.

Nach langer blogfreier Zeit lebt nun mein missionarischer Eifer wieder auf und es folgen neue Beiträge, nachdem der alte Blog im Nirwana des binären Wahnsinns verschwunden ist.